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22/10/2019

Umweltsünden im Onlinehandel: Rücksendungen sollen etwas kosten

hds: „Höchste Zeit, etwas zu unternehmen“

Tonnenweise Verpackungsmüll und hoher CO₂-Ausstoß: Der Onlinehandel wird für allerlei Umweltsünden schuldig gesprochen. „Kein Wunder: Bei Bekleidungskäufen im Netz wird mindestens jedes zweite Paket an die Händler zurückgeschickt, Tag für Tag sind das etwa 800.000 Pakete, was ungefähr 400 Tonnen des Treibhausgases Kohlenstoffdioxid (CO₂) oder 255 Autofahrten von Frankfurt nach Peking entspricht“, sagt der Präsident des hds – Handels- und Dienstleistungsverband Südtirol, Philipp Moser, zu aktuellen Zahlen in Deutschland. Verpackungen machen bereits bis zu 71 Prozent des volumenbezogenen Inhalts von Papiertonnen aus.

Zudem hat die Universität Bamberg neue Zahlen zur Vernichtung von Retouren im Online-Handel vorgelegt: Demnach haben Online-Händler in Deutschland im letzten Jahr 20 Millionen zurückgeschickte Artikel vernichtet. 7,5 Millionen Retourenartikel hätten nach Meinung der Forscher wiederverwertet werden können. Für den hds geben diese Zahlen zu denken und fordern zum Handeln auf. Ein Umdenken und ein Einwirken im Konsumverhalten sind dringend notwendig.

Retouren sollen etwas kosten, per Gesetz. Dies hat der Leiter der Forschungsgruppe Retourenmanagement an der Otto-Friedrich-Universität in Bamberg vorgeschlagen. „Eine gesetzliche Rücksendegebühr von einem Euro pro Sendung würde genügen, um Verbraucher von allzu leichtfertig gemachten Bestellungen abzuhalten“, so Moser. In seinen Untersuchungen habe sich gezeigt, dass die Kunden vor allem dann gerne retournieren, wenn sie den Rechnungskauf gewählt haben und sie damit glauben, das sei alles umsonst.

Viele Kunden hätten zwar ihr ökologisches Gewissen entdeckt, so der hds. Vielleicht liegt es auch an der immer intensiveren öffentlichen Diskussion über den Klimawandel, vielleicht liegt es auch an den eigenen Kindern, die bei den „Fridays for Future“-Demonstrationen mitlaufen und daheim Druck machen. Eine aktuelle Studie jedenfalls besagt, dass zwei von drei deutschen Onlinekäufern die Umweltauswirkungen ihrer Bestellung beachten - gelegentlich. Jeder Zweite wäre sogar bereit, für die Umwelt auf ein Stück Bequemlichkeit zu verzichten.

„Doch von einem großen Bewusstseinswandel kann noch nicht die Rede sein. Denn wenn es ums Geld geht, hört die Liebe zur Natur auf“, erklärt Moser. Nur zehn Prozent der befragten Verbraucher sind bereit, für eine umweltfreundlichere Lieferung auch mehr zu bezahlen. Das Umweltbewusstsein wächst und damit auch die Kritik an nicht-wiederverwertbaren Verpackungen, der Vernichtung zurückgesandter Produkte sowie den in zweiter Reihe parkenden Lieferfahrzeugen. Doch die Zahlungsbereitschaft bleibt gering, so der hds.

Eines ist auf jeden Fall sicher: Laut Logistikexperten wird die Paketzustellung zum Luxus werden. Angesichts des Kostendrucks wird die kostenlose Haustürlieferung samt mehrerer Zustellversuche und überflüssiger Fahrten schon in wenigen Jahren zum Luxusgut.

„Der hds lässt bei diesem Thema nicht locker und wird weiterhin konsequent diese Problematik bei zuständigen Institutionen und Verbänden – auch über unseren gesamtstaatlichen Dachverband Confcommercio – vorbringen und Verbündete suchen. Das Problem kann nicht lokal gelöst werden, und es braucht eine länderübergreifende Lösung. Und es braucht jemanden, der das Ganze vorantreibt“, zeigt sich der hds-Präsident überzeugt.


 
 
 
 
 
 
 
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