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24/07/2019

Positives Geschäftsklima in der Südtiroler Wirtschaft

WIFO-Wirtschaftsbarometer Sommer 2019

Das Geschäftsklima in Südtirol ist nach wie vor gut, auch wenn es erhebliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Wirtschaftssektoren gibt. Insgesamt erwarten im laufenden Jahr mehr als neun von zehn Unternehmen eine zufriedenstellende Ertragslage. Dies ergibt sich aus der Sommerausgabe des Wirtschaftsbarometers des WIFO – Institut für Wirtschaftsforschung der Handelskammer Bozen. Die Unternehmen melden steigende Umsätze und eine positive Entwicklung der Beschäftigung. Das WIFO erwartet für das laufende Jahr ein Wachstum des Südtiroler Bruttoinlandsprodukts von 1,3 Prozent.

Das Geschäftsvolumen ist steigend, insbesondere auf dem lokalen Südtiroler Markt. Dies ist zum Teil auch auf den Anstieg der Verkaufspreise zurückzuführen, die im ersten Halbjahr 2019 durchschnittlich rund 1,6 Prozent über dem Niveau des Vorjahressemesters lagen.

Betrachtet man die einzelnen Wirtschaftssektoren, so ergeben sich einige Unterschiede. Der größte Optimismus zeigt sich im Dienstleistungsgewerbe, während das Geschäftsklima bei den Obstgenossenschaften aufgrund der europaweit niedrigen Apfelpreise verhalten ist. Im Vergleich zur vorherigen Konjunkturumfrage im Frühjahr ist das Vertrauen der Unternehmer im Tourismus etwas gesunken, aufgrund der abnehmenden Nächtigungs- und Umsatzzahlen.

Trotz des positiven Beschäftigungstrends zeigen die WIFO-Umfragen eine gewisse Verschlechterung des Konsumklimas. Die Bewertungen der Südtiroler Konsumenten zur eigenen finanziellen Lage sind zwar stabil, aber die Prognosen in Bezug auf ihre künftigen Ausgaben für langlebige Güter (Haushaltsgeräte, Elektronik, Möbel usw.) haben sich seit Anfang des Jahres verschlechtert. Auch ihre Erwartungen bezüglich der zukünftigen Entwicklung der Südtiroler Wirtschaft sind verhaltener geworden, vor allem aufgrund des schwachen wirtschaftlichen Umfeldes auf nationaler und internationaler Ebene.

In Europa hat sich das Konsum- und Geschäftsklima im Laufe des Jahres verschlechtert. Im Juni ging der entsprechende „Economic Sentiment Indicator” auf das Niveau von 2016 zurück und liegt somit nur knapp über dem Langzeitdurchschnitt. Das Wirtschaftswachstum im Euroraum hat sich im ersten Quartal leicht beschleunigt, aber die Prognosen für das Gesamtjahr 2019 deuten auf eine weiterhin schwache Konjunktur hin.

Der Dienstleistungssektor hingegen hat sich bisher als widerstandsfähiger erwiesen und trägt weiterhin zum Wirtschaftswachstum der Eurozone bei. Ebenso der private Konsum, der dank der stetigen Verbesserung des Arbeitsmarktes und des Lohnniveaus noch steigt. Schließlich sorgt die Europäische Zentralbank dank der lockeren Geldpolitik weiterhin für günstige Kreditbedingungen.

Die italienische Wirtschaft ist im ersten Quartal aus der Rezession herausgekommen, befindet sich aber noch in einer Stagnation, die bis zum Jahresende anhalten sollte. Die Europäische Kommission prognostiziert, dass das italienische BIP 2019 nur geringfügig steigen wird (+0,1 Prozent).

Unter Berücksichtigung der eher positiven Situation der lokalen Wirtschaft, aber auch des schwachen europäischen und vor allem italienischen Wirtschaftskontextes, geht das WIFO heuer von einem Wachstum des Südtiroler Bruttoinlandsproduktes von 1,3 Prozent aus.

 
 
 
 
 
 
 
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