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27/12/2019

Onlinehandel: Forscher fordern Retouren-Gebühr

hds-Präsident Philipp Moser: „Gut für das Klima“

hds-Präsident Philipp Moser.
Die Wirtschaftswissenschaftler der auf Retourenforschung spezialisierte Universität Bamberg fordern für den Onlinehandel eine Rücksendegebühr für Retouren. „In einer neuen Studie zeigen die Retourenforscher auf, dass laut Onlinehändlern schon eine Rücksendegebühr von rund drei Euro die Zahl der Rücksendungen um 16 Prozent senken würde“, erklärt der hds. In Deutschland etwa entspräche das bei 490 Millionen zurückgeschickten Artikeln im Jahr 2018 etwa 80 Millionen Retouren weniger.

„Diese Erkenntnisse und Ergebnisse fordern uns zum Handeln auf. Wir können nicht weiter zusehen, was sich täglich innerhalb unserer Orte und Zentren abspielt: Unzählige Lieferwägen beherrschen von früh bis abends den Verkehr und prägen somit das Ortsbild. Sie verstopfen unsere Straßen, sorgen für sinnlosen Verkehr, und Paketboten stöhnen noch dazu wegen schlechter Arbeitsbedingungen“, beschreibt hds-Präsident Philipp Moser die Lage. „Ein Umdenken und ein Einwirken im Konsumverhalten sind dringend notwendig – mit dem Ziel, die Kunden für ein bewussteres Einkaufen zu animieren und das Klima nicht zu vergessen“, betont Moser. Das kann nur dadurch erreicht werden, wenn der Kunde auch für einen Teil der Kosten für seine retournierte Ware aufkommt.

Aktuell erheben nur 15 Prozent der Onlinehändler Rücksendegebühren, vor allem kleinere Händler, die vermutlich meist in Nischen operieren. Dieses Bild verändert sich bei großen Händlern, die bewusst auf Rücksendegebühren verzichten. Dies geschieht aus strategischen Gründen, um Wettbewerbsvorteile und Markteintrittsbarrieren aufzubauen. Für derartige Händler lohnt sich die kostenlose Retoure offensichtlich betriebswirtschaftlich. Sie nehmen die Retouren in Kauf und verhindern durch ihre Marktposition, dass andere konkurrierende Händler derartige Pläne umsetzen können.

Das präventive Retourenmanagement, also die Verhinderung und Vermeidung von Retouren, und das Instrument einer Rücksendegebühr können somit dazu beitragen, die negativen ökonomischen und ökologischen Folgen von Rücksendungen zu reduzieren.

„Uns ist bewusst, dass wir das Problem nicht lokal lösen können und es eine länderübergreifende Lösung braucht. Von daher möchten wir dieses Thema laufend bei zuständigen Institutionen und Verbänden – auch über unseren gesamtstaatlichen Dachverband Confcommercio –vorbringen, vorantreiben und entsprechend Verbündete suchen“, zeigt sich der hds-Präsident überzeugt.
 
 
 
 
 
 
 
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