Wir verwenden Cookies für die beste Nutzererfahrung. Es werden Cookies von Dritten eingesetzt, um Ihnen personalisierte Werbung anzuzeigen. Durch die Nutzung der Website stimmen Sie der Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät zu. Informationen zu Cookies und ihrer Deaktivierung finden Sie hier.
 
 
 
07/09/2020

Logistik-Irrsinn im Onlinehandel

Retouren im Onlinehandel verursachen erheblichen Aufwand und hohe Kosten

hds-Präsident Philipp Moser.
Retouren - also Waren, die online bestellt werden und einfach wieder kostenlos zurückgeschickt werden - sind ein wesentlicher Bestandteil des Geschäftsmodells des Onlinehandels und verursachen für diesen erheblichen Aufwand sowie hohe Kosten. „Diese Problematiken zeigen derzeit eindeutig die Entwicklungen im Geschäft der weltweiten Onlinegiganten auf“, so der hds.

So verabschieden sich der Reihe nach die bekannten Onlineriesen immer mehr mit ihren Retouren-Zentren von ihren derzeitigen Standorten in Mitteleuropa in Richtung Osteuropa – um Kosten zu sparen. Dort sollen in Zukunft etwa alle Retouren aus Deutschland bearbeitet werden.
„Die Rücksendungen sind ein kostenintensives Geschäft für die Konzerne. Aus Wettbewerbsgründen veröffentlichen die Unternehmen ihre Retourenquoten nicht, sie liegen aber - je nach Warengruppe - teilweise im zweistelligen Bereich. Das interessiert die Kunden wenig. Wichtig ist, dass die Dienstleistung reibungslos läuft. Was aber dieser Logistik-Irrsinn für Verkehrs- und Umweltbelastung und die Lebensqualität in unseren Dörfern und Städten mit sich bringt, ist für die meisten kein Thema“, kommentiert hds-Präsident Philipp Moser.

Die Wirtschaftswissenschaftler der auf Retourenforschung spezialisierte Universität Bamberg fordern bereits seit geraumer Zeit für den Onlinehandel eine Rücksendegebühr für Retouren. „In einer Studie zeigen die Retourenforscher auf, dass laut Onlinehändlern schon eine Rücksendegebühr von rund drei Euro die Zahl der Rücksendungen um 16 Prozent senken würde“, erklärt der hds. In Deutschland etwa entspräche das bei 490 Millionen zurückgeschickten Artikeln im Jahr 2018 etwa 80 Millionen Retouren weniger.

„Diese Erkenntnisse fordern uns zum Handeln auf. Wir können nicht weiter zusehen, was sich täglich innerhalb unserer Orte und Zentren abspielt: Unzählige Lieferwägen beherrschen von früh bis abends den Verkehr und prägen somit das Ortsbild. Sie verstopfen unsere Straßen, sorgen für sinnlosen Verkehr, und Paketboten stöhnen noch dazu wegen schlechter Arbeitsbedingungen“, beschreibt hds-Präsident Philipp Moser die Lage. Ein Umdenken und ein Einwirken im Konsumverhalten seien dringend notwendig.

In diesem Zusammenhang müsse auch Druck aufgebaut werden, damit eine Digitalsteuer eingeführt wird. „Die Zeit ist reif für eine Webtax für digitale Großkonzerne, die bis dato hierzulande dank Steueroptimierungen und -verschiebungen in andere Staaten keine Steuern für ihre erwirtschafteten Umsätze zahlen. Mit einer Digitalsteuer sollen eklatante Steuerlücken und Schlupflöcher geschlossen und damit Onlinekonzerne in die Pflicht genommen werden“, so Moser. Derzeit haben gerade stationäre Betriebe im Handel einen enormen Wettbewerbsnachteil gegenüber den Onlinegiganten.

Nun gilt es mehr Mut, um auch eine länderübergreifende, internationale Lösung zu finden. „Das Thema geht zwar weit über unsere Landeskompetenz hinaus, kann jedoch sehr wohl politisch vorangetrieben werden“, betont abschließend der hds-Präsident.
 
 
 
 
 
 
 
Teilen. Empfehle diese News deinen Freunden weiter.
 
 
 

Das könnte Sie auch interessieren
 

23/10/2020

Zukunft des Handels auf öffentlichen Flächen in großer Gefahr

In der letzten Dringlichkeitsmaßnahme des Landeshauptmannes ist vorgesehen, dass die Bürgermeister im Bereich der Märkte auf Gemeindeebene weitere einschränkende Maßnahmen erlassen dürfen. „Die Wanderhändler sind nicht mehr gewillt, ein zweites Mal ...
 
 

22/10/2020

Reisewarnung für Südtirol: „Die Sorge ist groß!“

„Ich möchte das Wort Katastrophe nicht in den Mund nehmen, aber die Sorge ist sehr groß“, so die erste Stellungnahme von hds-Präsident Philipp Moser zur ausgesprochenen Reisewarnung für Südtirol durch das deutsche ...
 
 

20/10/2020

Klare Entscheidung des Exekutivausschusses: Christkindlmärkte sollen abgesagt werden

Der Exekutivausschuss des hds spricht sich klar gegen die Abhaltung der diesjährigen Christkindlmärkte aus. Das hat das höchste Gremium im am Montag, 19. Oktober 2020 nach langer Diskussion einstimmig entschieden. „Wir haben die Entwicklungen der ...
 
 

19/10/2020

1/5 Regel: eingeschränkte Kundenanzahl in Geschäften

Da nun vonseiten der Ordnungshüter verstärkt kontrolliert und gestraft wird, weisen wir unsere Mitglieder daraufhin, dass sich in den Geschäftsräumlichkeiten weiterhin nur eine begrenzte Anzahl von Kunden aufhalten darf. Dabei gilt die 1/5-Regel (5 ...