14/12/2021

Großhandel: Nachwuchsmangel setzt der Branche zu

Transporte könnten in Zukunft ausfallen und teurer werden

Zu wenig LKW-Fahrer - ein seit vielen Jahren bekanntes Problem, das sich immer mehr zuspitzt. Aktuell fehlen diese nicht nur in Südtirol, sondern in ganz Europa. Die Tageszeitung Il Sole 24 Ore spricht von 17.000 Fahrern, die italienweit in den nächsten zwei Jahren wegfallen werden. Gründe sind zum einen die vielen anstehenden Pensionierungen von altgedienten Fahrern und zum anderen der fehlende Nachwuchs, da ein Berufseinstieg mit vielen Hürden und Kosten verbunden ist. Zudem hat die in früheren Jahren bekannte Attraktivität für dieses Berufsbild stark verloren, die Tagesabläufe sind stressig und die ständig zunehmende Verkehrslage nervenaufreibend, des Weiteren drücken Billiganbieter aus dem Ausland die Löhne.
Viele Transporte dienen oft nur, einen zusätzlichen Mehrwert zu erwirtschaften, sind aber vom Umweltgedanken her absolut nicht sinnvoll und vertretbar. So ein öfters genanntes Beispiel: Erdäpfel werden etwa in Belgien produziert, in der Türkei geschält und in Deutschland verpackt.

Konjunktur nach Corona-Krise
In Südtirol erholt sich die Wirtschaft, auch die Gastronomie und der Tourismus laufen wieder an. Und damit steigt die Nachfrage nach Transportdienstleistungen. Doch das führt zu Problemen, denn der ohnehin schon vorhandene Fahrermangel hat sich durch die Corona-Pause zusätzlich verschärft. „Wir riskieren große Engpässe. Der Berufsführerschein ist für unsere LKW-Fahrer die reinste Schikane: Seit 2008/2009 müssen sie über diese CQC-Zusatzqualifikation verfügen. Dabei liegt das Alter, um diese Qualifikation erlangen zu können, bei 21 Jahren für Lkw und bei 24 für Busse. Zu viel Bürokratie und zu oft ist eine Erneuerung notwendig, verbunden mit ständigen Kosten: Alle fünf Jahre muss ein Auffrischungskurs über 35 Stunden besucht werden“, bemängelt diese Vorschrift der Vertreter des Großhandels im hds, Werner Gramm.

Fahren am Limit
Der Stau auf den Straßen, die immer stärker regulierte Zufahrt zu vielen Ortszentren, feste Abladezeiten und -zonen sowie eine immer kurzfristigere, zeitnahe Auftragserteilung machen den Fahrerberuf nicht wirklich attraktiv. „Damit das Fahren am Limit der Vergangenheit angehört, müssen Lösungen her!“, betont Gramm und erhofft sich einen offenen und konstruktiven Austausch mit der Politik.
Als mögliche Lösungsansätze gelten die Reform des CQC-Berufsführerscheins, eine Unterscheidung zwischen Fernverkehrstransporte und Zustellungen im lokalen Bereich, die Durchsetzung von höheren Frachtkosten bei den Kunden. Damit könne der Lohn als Motivationstreiber für LKW-Fahrer und Quereinsteiger angehoben werden.

Quelle: Südtiroler Wirtschaftszeitung 8. Oktober 2021
 
 
 
 
 
 
 
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