01/10/2026
Sommersaison im Pustertal/Gadertal: Bilanz des hds
Der Bezirkspräsident des Wirtschaftsverbandes hds Pustetal/Gadertal, Daniel Schönhuber.
Der Tourismus bleibt ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor. „Gerade deshalb ist es immer wieder verwunderlich, wie kritisch der Tourismus teilweise in der öffentlichen Diskussion gesehen wird. Natürlich bringt eine hohe Zahl an Gästen Herausforderungen mit sich – von Verkehr über Wohnraum bis hin zur Belastung von Infrastruktur. Gleichzeitig muss aber klar sein: Ohne die Wertschöpfung aus dem Tourismus würde die wirtschaftliche Situation in vielen Orten des Pustertals völlig anders aussehen. Es geht nicht nur um Nächtigungen und Gästezahlen, sondern um Arbeitsplätze, Einkommen, Investitionen und Wertschöpfung, von denen zahlreiche Bereiche der regionalen Wirtschaft profitieren”, so Schönhuber weiter.
„Erfolgreich sind vor allem jene Orte, die aktiv in ihre Standortqualität investieren. Attraktive Ortsbilder, eine funktionierende Infrastruktur, Veranstaltungen und ein vielfältiges Angebot sind wichtige Frequenzbringer. Ebenso entscheidend ist die Erreichbarkeit. Ein attraktiver Wirtschafts- und Lebensraum entsteht nicht von selbst – er braucht laufende Investitionen und den gemeinsamen Willen, sich weiterzuentwickeln“, betont der Bezirkspräsident.
Gleichzeitig besteht beim hds Unverständnis darüber, dass manche Gemeinden nach wie vor versuchen, wirtschaftliche und touristische Aktivitäten aus den Ortszentren herauszuhalten und alles dran setzen diese zu beruhigen. „Lebendige Ortszentren entstehen nicht durch weniger wirtschaftliche Tätigkeit, sondern durch eine gute Mischung aus Wohnen, Handel, Gastronomie, Dienstleistungen und Veranstaltungen. Wirtschaftliche Tätigkeit darf nicht als Selbstverständlichkeit betrachtet werden. Hinter jedem Betrieb stehen Arbeitsplätze, Familien und regionale Wertschöpfung”, meint Schönhuber.
Auch Entscheidungen über Veränderungen im Ortsbild und in der touristischen Ausrichtung sollten deshalb nicht ausschließlich auf Basis weniger besonders stark frequentierter Wochen im Jahr getroffen werden. Es braucht eine ganzjährige Betrachtung und eine langfristige Strategie, die sowohl die Interessen der Bevölkerung als auch jene der Wirtschaft berücksichtigt.
Generationenwechsel als nächste große Herausforderung
Neben der aktuellen Saisonentwicklung müssen wir bereits heute auf die Herausforderungen der kommenden Jahre blicken. Ein Thema, das uns mit Sicherheit noch stärker beschäftigen wird, ist der Generationenwechsel in den Betrieben. Eine weitere große Herausforderung bleibt der Mitarbeitermangel. „Wir appellieren deshalb an alle Gemeinden, ausreichend leistbaren Wohnraum für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schaffen. Wer Arbeitsplätze und Betriebe in der Region erhalten und weiterentwickeln will, muss auch dafür sorgen, dass jene Menschen, die hier arbeiten, hier leistbar wohnen können”, unterstreicht der hds-Bezirkspräsident.
Gemeinsam statt gegeneinander
Die Sommersaison zeigt einmal mehr: Das Pustertal verfügt über einen starken und resilienten Wirtschaftsstandort. „Gleichzeitig dürfen wir uns mit dem Erreichten nicht zufriedengeben. Tourismus, Wirtschaft und Lebensqualität dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden”, so Schönhuber. Ziel muss es sein, Rahmenbedingungen zu schaffen, unter denen Einheimische gerne leben, Unternehmen investieren und Gäste gerne kommen.





