31/07/2026
Recht auf Reparatur von Haushaltsgeräten: Ab 31. Juli gelten die neuen EU-Regeln
Das Ziel ist zweifach: die Entsorgung von Produkten zu begrenzen, die noch ein zweites Leben haben könnten, und die Entwicklung von Waren zu fördern, die länger brauchbar sind. Laut Assoutenti entstehen in Europa jedes Jahr durch die vorzeitige Entsorgung reparierbarer Produkte rund 35 Millionen Tonnen Müll.
Eine der wichtigsten Neuerungen betrifft die Hersteller. Diese werden verpflichtet sein, technisch reparierbare Produkte auch dann zu reparieren, wenn die gesetzliche Gewährleistungsfrist bereits abgelaufen ist, sofern dies in der europäischen Regelung vorgesehen ist. Hat das verantwortliche Unternehmen seinen Sitz außerhalb der Europäischen Union, fällt die Verpflichtung dem in der Gemeinschaft ansässigen bevollmächtigten Vertreter oder dem Importeur zu.
Vor dem Eingriff muss der Reparaturbetrieb dem Kunden ein europäisches Standard-Informationsformular aushändigen, das alle wesentlichen Angaben enthält: die Art des vorgesehenen Eingriffs, die Ausführungszeiten, die Reparaturkosten und die eventuelle Verfügbarkeit eines Ersatzprodukts. Die angegebenen Bedingungen bleiben 30 Tage gültig.
Die Richtlinie legt außerdem fest, dass Reparaturen kostenlos oder zu einem als angemessen geltenden Preis angeboten werden müssen. Hersteller sind zudem verpflichtet, Ersatzteile und die für Reparaturen erforderlichen Werkzeuge zu Preisen bereitzustellen, die die Inanspruchnahme des Kundendienstes nicht unattraktiv machen.
Ist eine Reparatur nicht möglich, kann der Hersteller dem Verbraucher ein generalüberholtes Produkt anbieten. Die neuen Vorschriften führen außerdem einen zusätzlichen Schutz für Verbraucher ein, die sich dafür entscheiden, ein noch von der gesetzlichen Gewährleistung abgedecktes Gut reparieren zu lassen. Der Verbraucher kann weiterhin zwischen Reparatur und Ersatz des mangelhaften Produkts wählen; entscheidet er sich jedoch für die Reparatur, verlängert sich die Haftung des Verkäufers um 12 Monate ab Abschluss des Eingriffs.
Die europäische Reparaturplattform
Die Richtlinie sieht außerdem vor, bis zum 31. Juli 2027 eine europäische digitale Plattform einzurichten, die Verbraucher, Reparaturbetriebe, Verkäufer von generalüberholten Produkten, Unternehmen, die Waren zur Wiederaufbereitung ankaufen, sowie gemeinschaftliche Reparaturinitiativen miteinander vernetzt.
Ziel ist es, zuverlässige Kundendienste leichter auffindbar zu machen und einen leichter zugänglichen Markt für Reparatur und Wiederverwendung in der gesamten Europäischen Union zu fördern.





