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02/12/2019

Mit der richtigen Form vermieten

Wohnimmobilien zu touristischen Zwecken

Wohnungsbesitzer, die ihre Wohnung zu touristischen Zwecken vermieten wollen, tun sich oft schwer die richtige Form dafür zu finden. Nachfolgend ein kurzer Überblick über die vorgesehenen Möglichkeiten. Es gilt grundsätzlich folgende Unterscheidung zu treffen: - Private Zimmervermietung mit bis zu acht Zimmern oder fünf Wohnungen.
- Vermietung von Wohnimmobilien mit maximal vier Mietverträgen pro Jahr.
- Gastbetriebe mit mehr als acht Zimmern oder fünf Wohnungen.

Private Zimmervermietung
Rechtliche Grundlage für die Ausübung der privaten Vermietung von Gästezimmern und Ferienwohnungen ist das Landesgesetz Nr. 12 vom 11. Mai 1995. Die entsprechenden Durchführungsbestimmungen sind mit Dekret des Landeshauptmanns Nr. 32 vom 27. August 1996 festgelegt.
Als Obergrenze für die private Zimmervermietung sind acht Zimmer oder fünf Wohnungen vorgesehen. Im Fall, dass nur Wohnungen vermietet werden, können auch mehr als acht Zimmer vorhanden sein, es darf aber die Grenze der fünf Wohnungen nicht überschritten werden. Wer sowohl Zimmer als auch Wohnungen vermietet, darf in jedem Fall nicht mehr als acht Zimmer vermieten, wobei bei den Wohnungen nur die Schlafzimmer gerechnet werden.

Wer die Tätigkeit ausüben will, muss dies zuvor dem zuständigen Bürgermeister schriftlich melden (mittels SUAP-Meldung des Tätigkeitsbeginns an die Gemeinde) und dabei, außer den Personalien, die Anzahl und den Standort der Beherbergungsräume sowie die entsprechende Bettenzahl angeben. Falls es sich nicht um eine ganzjährige Tätigkeit handelt, müssen außerdem der Zeitabschnitt oder die Zeitabschnitte angegeben werden, während welcher die Tätigkeit ausgeübt wird.

Des Weiteren ist die Anfrage um Einstufung des Privatzimmervermieters an das Amt für Tourismus vorzunehmen. Bei jeder Übernachtung, müssen die Daten des Kunden eingeholt werden und diese müssen innerhalb von 48 Stunden an die Quästur, sowie an den zuständigen Tourismusverein, telematisch übermittelt werden. Gesetzlich vorgeschrieben müsste auch pro Übernachtung (pro Kunde) ein Vertrag unterzeichnet werden. Dafür kann ein Vordruck verwendet werden, wo jeweils nur die Eckdaten eingefügt werden können. Nicht zu vergessen ist die Verpflichtung der Einhebung der Ortstaxe und die Ausstellung einer Quittung. Über den Tourismusverein sind die Nächtigungsdaten zu statistischen Zwecken an das ASTAT zu schicken.

Private Zimmervermietung gemäß Landesgesetz 12/1995 mit maximal acht Zimmern oder fünf Wohnungen pro Baueinheit    Maximal vier Mietverträge pro
Jahr und Wohnung
 Mehr als acht Zimmer oder fünf
Wohnungen pro Baueinheit
 Als nichtunternehmerische Tätigkeit Als unternehmerische Tätigkeit  Nicht unternehmerische Tätigkeit  In diesem Fall handelt es sich um einen Gastbetrieb. Diese unternehmerische Tätigkeit wird durch das Landesgesetz vom 14. Dezember 1988, Nr. 58 – Gastgewerbeordnung – geregelt.
 Ob die Tätigkeit als nichtunternehmerische Tätigkeit oder als unternehmerische Tätigkeit eingestuft wird, muss in jedem Fall sorgfältig abgewogen werden, unter Berücksichtigung der Anzahl der vermieteten Zimmer oder Wohnungen, der Höhe des Einkommens, der Anwesenheit und Art von Zusatzleistungen sowie des Umfangs der Organisation mit Bezug auf Personal, Güter und Kapital.    Es darf weder Verpflegung noch Beherbergung als unternehmerische Dienstleistung und keine Werbe- bzw. Vermittlungstätigkeit erbracht werden.  
 Es wird keine Mehrwertsteuernummer
eröffnet und die Tätigkeit
wird nicht im Handelsregister
eingetragen.
 Es wird keine Mehrwertsteuernummer
eröffnet und die Tätigkeit
wird im Handelsregister
eingetragen.
 Es wird keine Mehrwertsteuernummer
eröffnet und die Tätigkeit
wird nicht im Handelsregister
eingetragen.
 
 Es wird eine SUAP-Meldung des Tätigkeitsbeginns an die Gemeinde gemacht (auch ohne Mehrwertsteuernummer machbar). Es wird eine SUAP-Meldung des Tätigkeitsbeginns an die Gemeinde gemacht.  Es wird keine SUAP-Meldung des Tätigkeitsbeginns an die Gemeinde gemacht.  
 Anwendung der „cedolare secca“ möglich.  Anwendung der „cedolare secca“ nicht möglich.  Anwendung der „cedolare secca“ möglich.  


Vermietung mit maximal vier Mietverträgen pro Jahr
Neben der auf maximal fünf Wohnungen beschränkten Tätigkeit der privaten Zimmervermietung gemäß Landesgesetz Nr. 12 vom 11. Mai 1995 ist es erlaubt, Wohnungen zu vermieten (auf Übergangszeit oder auch länger), wobei sichergestellt werden muss, dass weder Verpflegung noch Beherbergung als unternehmerische Dienstleistung erbracht wird und sofern keine Werbe- bzw. Vermittlungstätigkeit entfaltet oder in Anspruch genommen wird und nicht mehr als vier Mietverträge je Zimmer bzw. Wohnung jährlich abgeschlossen werden (also z. B. bei drei Wohnungen maximal 12 Mietverträge im Jahr). Nicht als Dienstleistung gelten bei dieser Art von Vermietung die Zurverfügungstellung von Einrichtung und Haushaltsgegenständen und die Versorgung mit Wasser, Energie und Heizung. Die Anwendung von Mietverträgen ist auch dann zulässig, wenn bereits eine Beherbergungstätigkeit ausgeübt wird, sofern es sich nicht um dieselben Räumlichkeiten handelt.

Gastbetriebe mit mehr als acht Zimmern oder fünf Wohnungen
Betriebe, die mehr als die vom Landesgesetz Nr. 12 vom 11. Mai 1995 vorgesehenen Höchstanzahl an Wohnungen bzw. Zimmer überschreiten, sind als Gastbetriebe eingestuft. Diese Tätigkeit wird mit der Gastgewerbeordnung – Landesgesetz Nr. 58 vom 14. Dezember 1988 geregelt.

Vereinbaren Sie einen Termin für ein Beratungsgespräch, um die richtige Form für die Vermietung Ihrer Immobilie zu finden. Melden Sie sich gerne bei der Betriebsberatung des hds.
 
 
 
 
 
 
 
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Ihr Ansprechpartner

 
 

Dott. Franz Josef Dorfmann

Betriebsberatung
Mitarbeiter
Sitz: Bozen
 
T: 0471 310 424
E-Mail:
 
 
 
 
 

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