08/07/2026
Öffnungszeiten im Handel: „Südtirol braucht eine autonome, ausgewogene Regelung“
Philipp Moser, Präsident des Wirtschaftsverbandes hds.
„Die Zahlen sind ein Signal – und sie bestätigen genau jenen Weg, den der Wirtschaftsverband hds seit Jahren konsequent verfolgt: Südtirol braucht eine eigene, autonome und auf unsere Realität zugeschnittene Regelung der Geschäftsöffnungszeiten“, erklärt hds-Präsident Philipp Moser. Dazu liegt bereits eine entsprechende Durchführungsbestimmung zum Autonomiestatut vor, die noch vom Ministerrat behandelt werden muss. „Wir brauchen keine ideologische Debatte, sondern eine vernünftige Südtiroler Lösung“, unterstreicht Moser.
Der hds verweist darauf, dass die Diskussion über Sonn- und Feiertagsöffnungen nicht isoliert geführt werden dürfe. „Es geht nicht nur um Öffnungszeiten. Es geht um die Attraktivität der Arbeitsplätze im Handel, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, um christliche Werte, um den Schutz kleiner und familiengeführter Betriebe, um Tourismusgebiete und letztlich um die Lebensqualität in unserem Land“, betont Moser. „Wer über zusätzliche Öffnungstage spricht, muss auch ehrlich darüber sprechen, wer diese Arbeit leisten soll. In Zeiten von Arbeitskräftemangel und zunehmendem Druck auf die Betriebe ist das eine zentrale Frage“, so der hds-Präsident.
Auch die letzte vom hds durchgeführte landesweite Erhebung unter den Mitgliedsbetrieben weist in eine ähnliche Richtung: Über 82 Prozent der teilnehmenden Betriebe hatten sich dafür ausgesprochen, dass sich der hds für eine Sonn- und Feiertagsschließung im Einzelhandel einsetzen soll; zudem denkt eine Mehrheit von fast 56 Prozent angesichts von Energiekrise und Mitarbeitermangel an Sonntagsschließungen und eine Reduzierung der Öffnungszeiten.
Der Wirtschaftsverband hds bekräftigt daher seine Forderung nach einer autonomen Regelung für Südtirol. „Unsere wirtschaftliche Struktur ist geprägt von kleinen und mittleren Unternehmen, von Familienbetrieben, von Nahversorgung und persönlicher Dienstleistung, aber auch vom Tourismus. Diese Besonderheiten müssen berücksichtigt werden“, erklärt der hds-Präsident.
Ziel müsse eine Regelung sein, die Planungssicherheit schafft, fair gegenüber Betrieben und Beschäftigten ist und den Handel im Land stärkt. „Es gilt lokal zu entscheiden – im Sinne der Subsidiarität und im Sinne unserer Autonomie“, so Moser abschließend.





