09/05/2025

„Tankstellenflucht“

Tankstellenpächter im hds: Fälle häufen sich auch in Südtirol

Das Bild eines Autos, das kurz nach dem Tanken schnell von einer Tankstelle wegfährt, ohne dass der Fahrer anhält, um zu bezahlen, ist eine Szene, die in letzter Zeit stetig zunimmt.

„Wir sind zunehmend besorgt über diese Vorfälle, die sich leider mit einer gewissen Häufigkeit in unserem Territorium wiederholen“, erklärt Walter Soppera, Präsident der Tankstellenpächter im hds. „Es handelt sich nicht um ein ‚Kavaliersdelikt‘, sondern um regelrechte kriminelle Handlungen, die unseren oft familiengeführten Betrieben einen erheblichen wirtschaftlichen Schaden zufügen“, so Soppera weiter.

Die Konsequenzen für diejenigen, die eine solche Handlung begehen, sind alles andere als unerheblich. Diese Handlung ist nicht nur eine „nicht erfolgte Zahlung“, sondern stellt eine tatsächliche Straftat dar. Das italienische Strafgesetzbuch ist diesbezüglich eindeutig: Das Entwenden von Kraftstoff von einer Zapfsäule, ohne den fälligen Preis zu bezahlen, erfüllt den Straftatbestand des Diebstahls.

Die Situation verschärft sich noch weiter, wenn die Entwendung mit betrügerischen Mitteln erfolgt, also durch ein Verhalten, das darauf abzielt, die Überwachung des Personals oder die Zahlungssysteme zu umgehen. In diesen Fällen handelt es sich bei der Straftat nicht mehr um einen einfachen Diebstahl, sondern um einen Diebstahl mit erschwerenden Umständen durch betrügerische Mittel.

Die rechtlichen Auswirkungen dieser erschwerenden Umstände sind erheblich. Artikel 625 des Strafgesetzbuches sieht für Diebstahl mit erschwerenden Umständen eine Freiheitsstrafe von 2 bis 6 Jahren und eine Geldstrafe zwischen 927 und 1.500 Euro vor. Es handelt sich um strenge Sanktionen, die verheerende Auswirkungen auf das Leben derjenigen haben können, die diese Tat begehen, mit Folgen für das Strafregister und den sozialen Ruf.

„Es ist von grundlegender Bedeutung, dass das Gesetz streng angewendet wird, um jeden abzuschrecken, der glaubt, ungestraft handeln zu können“, fügt Präsident Soppera hinzu. Diebstahl, in welcher Form auch immer, untergräbt das gegenseitige Vertrauen und zerrüttet das soziale Gefüge.

„Ich appelliere an alle Kolleginnen und Kollegen: Es ist unerlässlich, diese Vorfälle immer anzuzeigen“, mahnt Präsident Soppera. „Ich bin mir bewusst, dass die Einleitung einer Anzeige und die Verfolgung des Verfahrens zeit- und ressourcenaufwendig sein kann, aber es ist ein entscheidender Schritt. Wenn wir diese Diebstähle nicht melden, könnten die Täter zu dem Glauben verleitet werden, dass ihre Handlung, da es sich oft um keine sehr hohen Beträge handelt, ungestraft bleibt. Diese Wahrnehmung der Straflosigkeit führt nur zu weiteren illegalen Verhaltensweisen“, so abschließend der Präsident der Tankstellenpächter im hds.
 
Walter Soppera, der Präsident der Tankstellepächter im hds.
 
 
 
 
 
 
Teilen. Empfehle diese News deinen Freunden weiter.
 
 
 

Das könnte Sie auch interessieren
 

09/02/2026

Lebendige Orte im Vinschgau: „Netzwerktreffen setzt Impulse für starke Ortskerne!“

Wie bleiben Dorf- und Ortskerne lebendig, attraktiv und wirtschaftlich stark? Dieser Frage widmete sich in diesen Tagen ein Netzwerktreffen des Wirtschaftsverbandes hds gemeinsam mit der Bezirksgemeinschaft Vinschgau im Haus der Bezirksgemeinschaft ...
 
 

09/02/2026

Pustertal/Gadertal: „kauf lokal einfach genial“ erfolgreich abgeschlossen - Übergabe des Jackpots

Julian Lahner aus Niederolang hat den Jackpot bestehend aus 25 Gutscheinen im Wert von 40 Euro (insgesamt 1000 Euro) gewonnen und kann nun die Gutscheine in den teilnehmenden Betrieben der Aktion Adventshopping Pustertal/Gadertal ...
 
 

09/02/2026

Rentnerinnen und Rentner im Job

Menschen, die sich freiwillig entscheiden, nach dem Pensionsantritt weiterzuarbeiten, sind für Südtirols Wirtschaft eine echte Chance - sie bringen Erfahrung, Verlässlichkeit und Professionalität mit. In Zeiten, in denen viele ...
 
 

04/02/2026

„Sicherheit in Städten und Dörfern ist Standortqualität“

Die aktuellen ASTAT-Daten zur Wahrnehmung der Sicherheit (2009–2024) zeigen: Die Mehrheit der Südtirolerinnen und Südtiroler fühlt sich in der eigenen Wohngegend sicher – gleichzeitig treten klare Unterschiede nach Ort und ...