Lebendige Orte Historische Zentren
Das Projekt zur Belebung der Ortskerne und Aufwertung des Handels
Die Orts- und Stadtkerne haben in den letzten 10 Jahren im gesamten europäischen Raum einen deutlichen Strukturwandel erlebt. Zurückzuführen ist dies auf eine Vielzahl unterschiedlicher Rahmenfaktoren bzw. Begleiterscheinungen. Zusammenfassend können folgende Grundaussagen getätigt werden:
- Soziodemographische und gesellschaftspolitische Entwicklungen
- Verändertes Konsum- und Verbraucherverhalten
- Verstärkte Mobilität der Bevölkerung
- Starke Zunahme von nicht Ortszentren-kompatibler Handelsgroßbetriebsformen und damit
- Verbundene Kaufkraft-Abflüsse (Anm.: in Südtirol insbesondere über die Landesgrenze nach Österreich)
- Zunehmende Konzentrationsprozesse in beinahe allen wichtigen Leitbranchen
- Anstieg der betriebswirtschaftlich notwendigen Mindestbetriebsflächen in vielen Branchen
In Kombination mit zum Teil verfehlten bzw. nur halbherzig umgesetzten städtebaulichen Maßnahmen trugen diese Entwicklungen dazu bei, dass die Entfaltungsmöglichkeiten vieler Orts- und Stadtkerne stark eingeschränkt wurden.
Die Entwicklungen und Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass der Erfolg von einem Bündel intelligent verknüpfter, ineinander vernetzter Aktionen abhängt:
- Vorhandensein eines weitestgehend außer Streit gestellten mittel- bis langfristigen Entwicklungsplans mit einer koordinierten, schrittweisen Umsetzung von immobilienstrukturellen, wirtschaftlichen, städtebaulichen und verkehrstechnischen Maßnahmen
- Klares und eindeutiges „Urban Branding“ im regionalen/überregionalen Einzugsbereich
- Mut zu innovativen und außergewöhnlichen Projekten
- Motivation und deutliches Engagement der Bürger, Unternehmer und Hauseigentümer, auch im eigenen Wirkungsbereich zu investieren
- Professionelles langfristig ausgerichtetes Orts- bzw. Stadtmarketing
Trotz zunehmender Ansätze der Siedlungskonzentration auf größere Städte auch in Südtirol verfügen die kleineren und mittleren Ortschaften im Land heute noch großteils über funktionierende, kompakte, dörfliche Strukturen, welche von den Menschen vor Ort gepflegt werden.
Der hds hat die Zeichen der Zeit erkannt und setzt sich bereits seit Jahren für die Sicherung, Pflege und Weiterentwicklung dieser wertvollen Handels- und Dienstleistungsnetzwerke ein.
>> Vollständige Beschreibung des Projektes "Lebendige Orte"
>> hds-Direktor Dieter Steger im Interview: Die Entwicklungen in Südtirol und die Zukunft der heimischen Dörfer und Städte.
>> Handelslandesrat Thomas Widmann im Interview: Nahversorgung, Mobilität und Kleinstbetriebe.
>> Interview SWZ - Südtiroler Wirtschaftszeitung.
>> Zwischenbericht (Juli 2011).
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